Buchrezension

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Rheinisch-Pfälzische Familienkunde e.V.
Rottstraße 17
67061 Ludwigshafen
Band XVI Heft 12, S. 629f.
von Herrn Dr. Franz Maier

Rezensionen

Verein zur Förderung des K.-O.-Braun-Museums e.V.

1200 Jahre Oppau – Die Geschichte der Ludwigshafener Stadtteile Oppau, Edigheim, Pfingstweide
mit Beiträgen von Klaus-Jürgen Becker, Peter Bilhöfer, Arno Ehrhard, Bernhard Kukatzki, Stefan Mörz und Brigitte Übel. 576 S., 370 Abb., Ludwigshafen ²2009, ISBN 978-3-938031-27-8. 24,00 Euro.

[...] Auf das Jahr 808 datiert, markiert die älteste Urkunde die Ersterwähnung von Oppau und ist Grundlage für das 2008 begangene 1200jährige Ortsjubiläum. Dies war auch der Anlass für die Her­ausgabe einer umfassenden Ortsgeschichte, die neben Oppau auch das 772 erstmals erwähnte Edig­heim behandelt, das heute ebenso zum Ortsbezirk Oppau gehört, wie die erst ab 1967 entstandene Trabantenstadt Pfingstweide. Der Zeitpunkt war auch deswegen gut gewählt, weil die Veröffentli­chung der letzten umfassenden Ortsgeschichte im Jahr 1953 mehr als ein halbes Jahrhundert zurück­liegt. [...]

Das Buch gliedert sich in vier Teile:

In Teil 1 [...] behandelt Arno Ehrhard Vorgeschichte und Mittel­alter bis zum Edigheimer Weistum von 1495. Nach einleitender Betrachtung zu Landschaft, Vorge­schichte und Römerzeit bietet er einen straffen, gut gegliederten Überblick über die Geschichte beider Orte in den ersten tausend Jahren ihres Bestehens unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungs­standes. [...]

Der von Peter Bilhöfer bearbeitete Teil II [...] behandelt die frühe Neuzeit vom späten 15. Jahrhundert, die Zeit der französischen Herrschaft und reicht bis zur Revolution von 1848/49. Diese auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Epochenbegrenzung ist in diesem Fall gut gewählt, da der Beginn der [S.630] Industrialisierung um die Mitte des 19. Jahrhunderts für die Bewohner von Oppau und Edig­heim sicher eine größeren Einschnitt darstellte als etwa die Französische Revolution und staatsrechtli­chen Veränderungen in ihrem Gefolge. Bilhöfers Beitrag enthält auch zahlreiche Informationen zur Bevölkerungsstruktur, die insbesondere infolge der Kriege im 17. Jahrhundert zahlreichen Verände­rungen unterworfen war. [...] Die Einwirkung der überregionalen ›Großereignisse‹ auf die Einwohner von Oppau und Edigheim verknüpft er sehr geschickt mit zahlreichen, sehr kurzweilig geschilderten Begebenheiten aus dem Alltagsleben, was die Darstellung hochinteressant und sehr gut lesbar macht.

In Teil III beschreibt Brigitte Übel die Entwicklung der Orte von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Eingemeindung nach Ludwigshafen 1938. Neben der Darstellung der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung finden auch die großen Katastrophen, die Oppau in diesem Zeitraum heimgesucht haben, angemessene Würdigung: die Hochwasserkatastrophe von 1882/83 und die Exp­losionskatastrophe von 1921. [...] Am Ende des Beitrags, der durch zahlreiche Kurzbiographien [...] ergänzt wird, steht die 1938 auf Druck des nationalsozialistischen Gauleiters Bürckel beschlossene Eingemeindung nach Ludwigshafen. Im Anschluss an Teil III folgt noch ein von Bernhard Kukatzki, dem wohl besten Kenner der Materie, verfasster Exkurs zur Geschichte der Juden in Oppau und Edig­heim. [...]

Teil IV des Buches, bearbeitet von Stefan Mörz, behandelt die Geschichte von der Eingemeindung 1938 bis heute. [...] Auch hier sind zahlreiche Kurzbiographien ortsgeschichtlich bedeutsamer Persön­lichkeiten (von Klaus-Jürgen Becker) in den Text eingefügt. Ein Anhang enthält Beschreibungen der Wappen und Siegel von Oppau und Edigheim, eine Zeittafel, Listen der Amtsträger, Tabellen mit Ergebnissen der Kommunalwahlen [...] und zur Bevölkerungsentwicklung.

Das Buch, das bereits in der 2. Auflage vorliegt, kann jedem Interessenten an der Ortsgeschichte des Ludwigshafener Raumes und der pfälzischen Regionalgeschichte nur empfohlen werden. Beeindru­ckend ist nicht zuletzt auch die hervorragende Ausstattung des Buches mit oft bisher noch unbekann­tem Bildmaterial vorwiegend aus den reichen Beständen des Stadtarchivs Ludwigshafen.

[Der Text wurde von der Redaktion des Vereins zur Förderung des K.-O.-Braun-Museums gekürzt.]