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Das stadteigene Karl-Otto-Braun-Museum - vom "Förderverein" betreut und verwaltet - bietet einen Einblick in die schicksalhafte und wechselvolle Geschichte unseres Ortes. 

Die Bandbreite der Exponate reicht von Funden aus der Steinzeit und der Frühgeschichte, von Ausgrabungen der Römer bis zum Mittelalter.

aus verschiedenen Kontinenten und in allen Größen

Besuchen Sie uns im Oppauer Rathaus in der Edigheimerstrasse 26

Öffnungszeiten: Sonntags von 10-13 Uhr und von 14-17 Uhr

Oppau und die Pfalz

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Die älteren Oppauer wissen es selbstverständlich, und die jüngeren? Aber viele Zugezogene haben keine Ahnung davon. Wovon? Von der Zugehörigkeit Oppaus und der Pfalz zu Bayern und die längste Zeit davon zum Herrscherhaus Wittelsbach.  

Wenn wir heute im weit verbreiteten Sprachgebrauch in die linksrheinische Pfalz und die rechtsrheinische Kurpfalz trennen, so geht diese Unterscheidung erst auf die Entwicklung der letzten 200 Jahre zurück. Bis zum Ende des alten, des ersten Kaiserreichs im Jahr 1806 sprach man von der Kurpfalz - oder eben kurz: von der Pfalz. Zwar umfasste diese Herrschaft im Linksrheinischen nur Teile der heutigen Pfalz, andere gehörten dem Hochstift Speyer, den Grafen von Leiningen oder Nebenlinien der Pfalzgrafen.

Oppau war bereits recht früh Be­standteil der pfälzischen Besitzungen. Nach der ersten urkundlichen Bezeugung im Jahr 808 haben sich noch zwei weitere aus dem 9. Jahrhundert erhalten, dann aber schweigen die schriftlichen Quellen. Erst im 12. Jahrhundert beginnen sie wieder zu fließen. Kloster Lorsch gab Oppau und Edigheim 1117 an Graf Gottfried von Calw, von dem es über einige Umwege schließlich an den Pfalzgrafen Konrad (1156 - 1195), den Stiefbruder Kaiser Barbarossas (Friedrich L), gelangte.

1214 wurde der bayerische Herzog Ludwig I. aus dem Haus Wittels­bach für seinen Sohn Otto reichsrechtlich mit der Pfalzgrafschaft belehnt. Damit begann die Herrschaft der Wittelsbacher über Oppau und große Teile der Pfalz. Als 1410 nach dem Tod von Pfalzgraf Ruprecht IIL, der von 1400 bis zu seinem Tod deutscher König war, die pfälzi­schen Lande geteilt wurden, blieb Oppau bei der Kurlinie. Andere Orte, wie z. B. Lambsheim, aber auch Wachenheim, fielen zeitweilig an die Nebenlinie und hatten schwer unter den Auseinandersetzungen der feindlichen Brüder und später Vettern zu leiden. Besonders Kurfürst Friedrich I. (1425 - 1476) führte zahlreiche Kriege gegen die Verwandtschaft. Je nachdem, von welcher Seite man ihn betrachtet, heißt er in den Ortsgeschichten dann „Friedrich der Siegreiche" oder „Der böse Fritz".

Schließlich brachten die Auswirkungen der französischen Revolution und die napoleonische Herrschaft grundlegende Veränderungen. Das linksrheini­sche Gebiet wurde von den Franzosen besetzt, das Deutsche Reich im Jahr 1806 aufgelöst. Die rechtsrheinischen Gebiete der alten Kurpfalz wurden zusammen mit anderen früheren Herrschaften dem stark vergrößerten und durch die Standeserhöhung nun zum Großherzog­tum gewordenen Baden zugeschlagen.

Nach dem Wiener Kongress erwarb Bayern (d. h. die Wittelsbacher) 1816 die linksrheinischen Teile der alten Kurpfalz und andere Gebiete, so daß ein geschlossenes Territorium entstand. Die fortschrittlichen Gesetze aus der Pfalz wurden ebenfalls übernommen (noch aus französischer Zeit vorhanden). Erst mit der Niederlage und Besetzung 1945 endete die alte Verbindung zu Bayern bzw. den Wittelsbachern.

Als es 1949 zur Gründung der Bundesrepublik kam, war auch ein neuen Bundesland entstanden. Von ver­schiedenen Seiten wurden Versuche zu einer Länderneugliederung im Südwesten unternom­men, die aber alle fehlschlugen.

 

Arno Ehrhard