Die goldenen Zwanziger, Weltwirtschaftskrise und der 2. Weltkrieg

Nach der Überwindung der Inflation begann das Leben in Deutschland sich langsam wieder in normalen Bahnen zu bewegen. Ein merklicher Aufschwung in der Wirtschaft war zu verspüren. Die Zeit der goldenen zwanziger Jahre war gekommen.

Mit dem Zusammenbruch der New Yorker Börse am schwarzen Freitag den 25. Oktober 1929 sollten diese goldenen Zeiten ein jähes Ende nehmen. Die Weltwirtschaft geriet in eine schwere Krise. Die Auswirkungen für Deutschland waren wieder von verheerendem Ausmaß. Das Reich war nach der Überwindung der Inflation von ausländischen Krediten, besonders von der US-Wirtschaft, abhängig geworden.
Die ausländischen Investoren zogen ihre Gelder aus Deutschland zurück, sodass die Geldmenge sich in Deutschland verknappte. Die Reichbank konnte den Bedarf an Banknoten nicht decken, da die Goldreserven hierfür nicht ausreichten. Viele Unternehmen und Banken gerieten somit unverschuldet in den Bankrott. Als Folge stieg die Arbeitslosigkeit sprunghaft an.

Diese erneute Verschlimmerung der Lage der Bevölkerung führte zur Radikalisier-ung. Rechte wie Linke Gesinnungen hatten in dieser Zeit großen Zuspruch. Es kam ständig zu Zusammenstößen und blutigen Auseinandersetzungen. Puschversuche rechten wie linken Ursprungs waren an der Tagesordnung. Der vorläufige Höhepunkt war mit der Machtergreifung der NSDAP 1933 erreicht.

Die nun folgende Zeit der nationalsozialistischen Politik führte letztendlich durch radikale Mittel zum erneuten bewaffneten Konflikt der Großmächte – den 2. Weltkrieg von 1939 bis 1945. Wieder wurde Europa in Schutt und Asche gelegt. Die Ausmaße der Verwüstung und Kriegsverbrechen übertrafen die des Krieges von 1914 bis 1918 um ein unermesslichen. Mit der bedingungslosen, totalen Kapitulation Deutschlands am 7. Mai 1945 ist der Krieg für Europa zu Ende und das Reich in vier besetzte Zonen der Siegermächte geteilt.

Über die Zukunft Deutschlands wurde in den Treffen der drei Großmächte Großbritannien, USA und der Sowjetunion in Jalta (4. – 11. Feb. 1945) und der Potsdamer Konferenz (17. Jul. – 2. Aug. 1945) entschieden. Doch hier zeigte sich, dass die Siegermächte keineswegs einer Meinung waren. Bedrohlich zeichnete sich ein neuer Konflikt zwischen Ost und West ab.

Wesentlicher Inhalt des Potsdamer Abkommens waren die fünf „D“: Denazifizierung, Demilitarisierung, Dezentralisierung, Demokratisierung und Demontage der Industrie als Reparation. Die vier Besatzungszonen sollten zu einem Staat unter Aufsicht der Großmächte zusammengeführt werden. Die Oder-Neiße-Linie sollte die Ostgrenze bilden.

Doch die Meinungsunterschiede zwischen Ost und West waren zu groß und die Zukunft sollte sich anders gestallten. Der „kalte Krieg“ hatte seinen Anfang genommen und sollte fast 45 Jahre andauern. Deutschland wurde zum Spielball zwischen Ost und West.