Der 1. Weltkrieg, Kriegsanleihen, Notgeld der Nachkriegszeit

Bild aus dem Startseitenbereich

Anfang des Zwanzigsten Jahrhundert glich Europa einem Pulverfass. Das politische Fingerspitzengefühl des Reichskanzlers Otto von Bismarck und sein ausgefeiltes Bündnissystem mit der Isolation Frankreichs, hatten ein Bild der trügerischen Ruhe in Europa geschaffen. Doch mit dem Rücktritt Bismarcks im März 1890 zerbrach langsam dieses System.

Der Machthunger der Großmächte nach Kolonien und imperialen Gebietsansprüchen stieg immer weiter. Neue Bündnissysteme in Europa entstanden und auch Frankreich konnte sich aus der bismarckschen Isolation befreien.

Zunehmende Konflikte in den Kolonien, das Wettrüsten zwischen der britischen und deutschen Marine, sowie die Auseinandersetzungen auf dem Balkan belasteten immer mehr die Beziehungen zwischen den europäischen Großmächten. Die Kriegsgefahr lag für jeden spürbar in der Luft. Jeden Augenblick konnte das Gewitter losbrechen und die Menschen würden es als Befreiung empfinden.

Am 28. Juni 1914 wurde der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie in Sarajevo von einen serbischen Studenten erschossen. Dies war der auslösende Funken, der das Pulverfass Europa zum Explodieren brachte. Mit der Kriegserklärung Österreichs an Serbien begann am 28. Juli 1914 der 1. Weltkrieg. Eine mörderische Maschinerie wurde in Gang gesetzt und Europa stand für fünf Jahre in Flammen.

Die Kriegsmaschinerie verschlang Unmengen an Geldern und belastet die Staatskasse, besonders da sich schnelle militärische Erfolge nicht einstellten und ein Ende der Kämpfe nicht abzusehen war. Deshalb gab die Reichsregierung Kriegsanleihen an die Bevölkerung in Form von Darlehnskassenscheinen aus. Diese konnten für den Nennwert in Reichmark erworben werden und galten als Ersatzzahlungsmittel.

Das Bild oben zeigt: 1916 - Schlangestehen vor der Metzgerei Held, Friesenheimer-Strasse

Eine der Parolen damals war: „Wer Kriegsanleihen zeichnet, der verkürzt den Krieg!“ Am 29. Oktober 1918 kommt es zum Aufstand der Matrosen in Kiel. Im gesamten Reichsgebiet bilden sich Arbeiter- und Soldatenräte. Kaiser Wilhelm II dankt am 9. November 1918 ab und zwei Tage später kommt es zum Waffenstillstand. Der 1. Weltkrieg hatte sein langersehntes Ende gefunden.

 

Doch die Nachkriegswirren sollten noch viele Monate andauern. Der Weg zur Gründung der Weimarer Republik mit der Eröffnung der Nationalversammlung in Weimar am 6. Februar 1919 war noch lang und steinig. In dieser schwierigen Zeit haben viele Städte– so auch Ludwigshafen – Notgelder und Ersatzzahlungsmittel in Umlauf gebracht. Diese waren meist zeitlich und auf das jeweilige Stadtgebiet in ihrer Gültigkeit begrenzt.